Schlagwort: Landwirtschaft

  • Wie unser Essen die Natur zerstört – und was wir dagegen tun können

    Die Zusammenfassung der Studie wurde mit KI erstellt. Ich habe alles so umgeschrieben, dass es zu meiner Idee und meiner Haltung, wie ich sie auf diesem Blog vertrete, passt.

    Einleitung

    Die biologische Vielfalt auf unserem Planeten schwindet rapide. Wissenschaftler sprechen von einem Massenaussterben, das mit dem der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren vergleichbar sein könnte. Doch wer oder was ist dafür verantwortlich? Eine Studie des renommierten Think Tanks Chatham House macht deutlich: Unser globales Ernährungssystem ist der Hauptverursacher. Dieser Beitrag fasst die Studie zusammen und beschreibt, warum das so ist und welche Lösungen möglich sind.

    Um was geht es

    Die Forscher Tim Benton und sein Team haben untersucht, wie die Art und Weise, wie wir Nahrung produzieren und konsumieren, die Natur beeinflusst. Ihr zentrales Ergebnis: Das aktuelle System ist nicht nachhaltig. Es wurde über Jahrzehnte darauf ausgelegt, immer mehr Essen zu immer niedrigeren Preisen zu produzieren. Dieses Prinzip nennen die Autoren das „billige Essen»-Paradigma.

    Die Konsequenzen sind dramatisch. Seit 1970 sind die Populationen von Wildtieren wie Säugetieren, Vögeln, Fischen und Amphibien durchschnittlich um 68 Prozent gesunken. Rund eine Million Tier- und Pflanzenarten stehen kurz vor dem Aussterben. Die Landwirtschaft hat dabei eine Schlüsselrolle inne. Sie beansprucht etwa die Hälfte aller bewohnbaren Flächen der Erde. Besonders problematisch ist die Tierhaltung, die allein 78 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche einnimmt.

    Was sind die Probleme

    Das Problem liegt nicht in der Landwirtschaft an sich, sondern in ihrer Ausgestaltung. Mehrere Faktoren spielen zusammen:

    Flächenverbrauch und Lebensraumverlust Die Umwandlung von natürlichen Ökosystemen in Ackerland oder Weiden ist die Hauptursache für Habitatverlust. Wälder werden gerodet, Feuchtgebiete trockengelegt. Besonders betroffen sind artenreiche Regionen wie die Tropen. Allein in Brasilien wurden zwischen 1978 und 2020 mehr als 75 Millionen Hektar Regenwald abgeholzt – drei Viertel davon für Viehzucht.

    Intensive Bewirtschaftung Moderne Landwirtschaft setzt stark auf Monokulturen, Pestizide und synthetische Düngemittel. Diese Praktiken schädigen nicht nur die Böden, sondern vergiften auch die Gewässer und unsere Luft. Insektenpopulationen gehen weltweit drastisch zurück – bis zu 40 Prozent der Insektenarten könnten in den nächsten Jahrzehnten verschwinden.

    Klimawandel als Verstärker Das Ernährungssystem verursacht etwa 30 Prozent aller menschengemachten Treibhausgasemissionen. Der Klimawandel verändert Lebensräume weiter und zwingt Arten zur Migration. Wenn verschiedene Arten in neue Gebiete wandern, entstehen neue Konkurrenzsituationen, die Ökosysteme destabilisieren.

    Gesundheitsrisiken Die Zerstörung natürlicher Lebensräume erhöht auch das Risiko für Pandemien. COVID-19 ist ein Beispiel für eine Zoonose – eine Krankheit, die von Tieren auf Menschen übergesprungen ist. Solche Krankheiten entstehen häufig dort, wo Mensch, Nutztiere und Wildtiere in engen Kontakt kommen.

    Lebensmittelverschwendung Etwa ein Drittel aller produzierten Lebensmittel wird weggeworfen (FoodWaste). Das bedeutet, dass wertvolle Ressourcen wie Wasser, Boden und Energie für nichts verbraucht werden.

    Wie können die Probleme gelöst werden

    Die Studie schlägt drei zentrale Hebel vor, die gemeinsam aktiviert werden müssen:

    1. Ernährungsumstellung Der Konsum muss sich hin zu mehr pflanzlichen Lebensmitteln verschieben. Tierische Produkte haben einen überproportional großen ökologischen Fußabdruck. Ein Wechsel von Rindfleisch zu Hülsenfrüchten könnte beispielsweise allein in den USA 42% der Ackerflächen freimachen. Gleichzeitig muss die Lebensmittelverschwendung drastisch reduziert werden.

    2. Flächenschutz und Wiederherstellung Mehr Gebiete müssen unter Schutz gestellt werden, um natürliche Ökosysteme zu erhalten. Wo Flächen bereits degradiert sind, sollte eine Renaturierung erfolgen. Besonders wichtig ist der Schutz artenreicher Regionen wie tropischer Regenwälder.

    3. Nachhaltige Bewirtschaftung Die verbleibenden Agrarflächen müssen artenfreundlicher bewirtschaftet werden. Dazu gehören:

    • Verzicht auf Monokulturen zugunsten von Mischkulturen
    • Reduzierung von Pestiziden und synthetischen Düngemitteln
    • Erhalt von Hecken, Feldrainen und anderen Lebensräumen innerhalb der Agrarlandschaft
    • Förderung von Agroforstwirtschaft, bei der Bäume mit landwirtschaftlichen Kulturen kombiniert werden

    Diese drei Faktoren hängen eng zusammen Besonders wichtig: Alle drei Maßnahmen müssen gleichzeitig umgesetzt werden. Ohne eine Reduktion der Nachfrage durch Ernährungsumstellung wird es kaum möglich sein, ausreichend Fläche für die Natur freizugeben. Und ohne Flächenschutz bleiben die Bemühungen um nachhaltige Landwirtschaft ohne Erfolg.

    Fazit

    Die Transformation unseres Ernährungssystems ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Die aktuellen Trends führen zu weiterem Artensterben, Klimawandel und Gesundheitsrisiken. Doch es gibt Hoffnung: Durch bewusste Entscheidungen auf politischer, wirtschaftlicher und individueller Ebene können wir das System verändern.

    Die gute Nachricht ist, dass viele Maßnahmen auch andere Vorteile bringen. Eine pflanzenreichere Ernährung verbessert die menschliche Gesundheit. Nachhaltige, kleinbäuerliche Landwirtschaft kann die Resilienz von Ökosystemen stärken. Und der Schutz natürlicher Lebensräume mindert das Risiko zukünftiger Pandemien.

    Der Zeitpunkt für Veränderungen ist jetzt. Internationale Gipfel und politische Prozesse bieten Chancen für grundlegende Reformen. Wichtig ist, dass alle Akteure – von der Politik über die Wirtschaft bis hin zu jedem Einzelnen von uns – ihre Verantwortung übernehmen. Denn am Ende geht es nicht «nur» um den Schutz der Natur, sondern um die Sicherung unserer eigenen Lebensgrundlagen und somit auch darum, den Planeten auch unseren Kindern und Enkelkindern zu erhalten.


    Podcast zum Thema

    «Why the Food System Is About to Collapse» aus dem Podcast von DeepSeed und SoilCapital. Sie behandelt das gleiche Thema und greift vieles, das in der Studie thematisiert wird auf.

    Anmerkung: Die Links auf YouTube habe ich absichtlich so gesetzt, auch wenn ich absolut kein Fan von dieser Plattform bin. Ich möchte sicherstellen, dass die Inhalte auch in Zukunft noch abrufbar sind und verzichte daher bewusst auf eine Verlinkung mit Invidious.


    Quelle: Chatham House Report „Food system impacts on biodiversity loss» (Februar 2021)

    Studie zum Download: 2021-02-03-food-system-biodiversity-loss-benton-et-al_0

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